Arzneitherapiesicherheit

Leider sind Art und Umfang, mit denen Patientinnen und Patienten ihre Arzneitherapie umsetzen, unbefriedigend, selbst wenn es sich um eine einfache, nachweislich wirksame und gut vertragene Medikation handelt. Dabei ist gut belegt, dass eine gute „Therapietreue“ (Adhärenz) für die Betroffenen von Vorteil ist, bis hin zu einer höheren Lebenserwartung. Erfreulicherweise ist es möglich, die (medikamentöse) Adhärenz aktiv zu steigern und dadurch den Therapieerfolg zu verbessern (z. B. Matthes und Albus, Dtsch Ärztebl Int 2014). Wesentlich ist aus unserer Sicht dabei das Verordnungsgespräch, an dessen Ende der Patientin bzw. dem Patienten ein Medikament verschrieben wird. Ob und in welcher Form dieses Gespräch wirklich stattfindet, ist unklar. Dabei ist aus rechtlichen sowie ethischen Gründen eine aktive Beteiligung der Patientinnen und Patienten am Entscheidungsprozess (z. B. in Form der Partizipativen Entscheidungsfindung, besser bekannt als „shared decision-making“) erforderlich und darüber hinaus aller Wahrscheinlichkeit auch dem Therapieerfolg im weitesten Sinne (von der Zufriedenheit bis zur Wirksamkeit der Medikamente) zuträglich (z. B. Hauser et al., Dtsch Ärztebl Int 2015).

Wir versuchen daher, einen Gesprächsleitfaden (AMPEL: Arzneiverordnungsgespräche unter Berücksichtigung Medikamentöser Aspekte und der Partizipativen Entscheidungsfindung - ein Leitfaden) zu etablieren, der Ärztinnen und Ärzten hilft, effiziente und effektive Verordnungsgespräche zu führen (siehe Hauser et al. in Koerfer/Albus (Hrsg.) 2018). In einer Pilotstudie in hausärztlichen Praxen konnten wir zeigen, dass der AMPEL-Leitfaden anwendbar ist und sowohl aus Sicht der Patientinnen und Patienten als auch der Ärztinnen und Ärzte die Gesprächsqualität verbessern kann (Kirsch & Matthes 2021). Außerdem führen wir bereits Studierende der Humanmedizin an diese Thematik heran (siehe auch Ausbildungsforschung).

Weitere Informationen erteilt Ihnen Priv.-Doz. Dr. Jan Matthes.

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