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Wissenschaftliche Themen und Aufgaben
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Wissenschaftliche Themen und Aufgaben

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Die wissenschaftliche Tätigkeit von Priv.-Doz. Dr. Jan Matthes lässt sich im Großen und Ganzen drei Gebieten zuordnen:

  1. Prozesse und Strukturen als Angriffspunkte der Arzneitherapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  2. Arzt-Patient-Kommunikation rund um die Arzneiverordnung
  3. Lehr- und Ausbildungsforschung (Medizindidaktik)


Prozesse und Strukturen als Angriffspunkte der Arzneitherapie von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Trotz großer Fortschritte in Diagnostik und Therapie sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach wie vor Todesursache Nummer 1 in Deutschland. Unter anderem ist die Behandlung der chronischen Herzinsuffizienz nach wie vor unbefriedigend. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass Ursachen und Entstehung dieser schwerwiegenden Erkrankung nur unzureichend verstanden sind. Eine wichtige Rolle spielen β-Adrenozeptoren, die über heterotrimere G-Proteine unter anderem die Phosphorylierung (und damit Aktivität) verschiedener Zielproteine modulieren. Ungeklärt ist dabei z.B. die Rolle inhibitorischer G-Proteine und ob es hier Unterschiede zwischen den verschiedenen G-Protein-Isoformen gibt.

Zielstrukturen, die unter anderem durch G-Proteine moduliert werden, sind spannungsregulierte Calciumkanäle. Einen Schwerpunkt unserer Forschung bildet daher die Rolle spannungsregulierter Calciumkanäle für kardiovaskuläre, aber auch neurologische Erkrankungen. Wesentlich ist dabei die Untersuchung in der Zellkultur und in Mausmodellen bzw. daraus isolierten Kardiomyozyten.

Arzt-Patient-Kommunikation rund um die Arzneiverordnung
Durch die Einladung zu einer Fortbildungsveranstaltung der Ärztekammer Nordrhein wurde das Interesse von Dr. Matthes bezüglich der medikamentösen Adhärenz („Therapietreue“) geweckt. Leider sind Art und Umfang, mit denen Patientinnen und Patienten ihre Arzneitherapie umsetzen, unbefriedigend, selbst wenn es sich um eine einfache, nachweislich wirksame und gut vertragene Medikation handelt. Dabei ist gut belegt, dass eine gute „Therapietreue“ (Adhärenz) für die Betroffenen von Vorteil ist, bis hin zu einer höheren Lebenserwartung. Erfreulicherweise ist es möglich, die (medikamentöse) Adhärenz aktiv zu steigern und dadurch den Therapieerfolg zu verbessern (z.B. Matthes und Albus, Dtsch Ärztebl Int 2014). Wesentlich ist aus unserer Sicht dabei das Verordnungsgespräch, an dessen Ende dem Patienten bzw. der Patientin ein Medikament verschrieben wird. Ob und in welcher Form dieses Gespräch wirklich stattfindet, ist unklar. Dabei ist aus rechtlichen sowie ethischen Gründen eine aktive Beteiligung der Patient/inn/en am Entscheidungsprozess (z.B. in Form der Partizipativen Entscheidungsfindung, besser bekannt als „shared decision-making“) erforderlich und darüber hinaus aller Wahrscheinlichkeit auch dem Therapieerfolg im weitesten Sinne (von der Zufriedenheit bis zur Wirksamkeit der Medikamente) zuträglich (z.B. Hauser et al., Dtsch Ärztebl Int 2015). Wir versuchen daher, einen Gesprächsleitfaden zu etablieren, der Ärztinnen und Ärzten hilft, effiziente und effektive Verordnungsgespräche zu führen. Außerdem führen wir bereits Studierende der Humanmedizin an diese Thematik heran (siehe auch Lehr- und Ausbildungsforschung).

Lehr- und Ausbildungsforschung (Medizindidaktik)
Dr. Matthes ist fest davon überzeugt, dass auch gute Lehre davon abhängt, Versuche, die Lehre zu verbessern, nach Möglichkeit wissenschaftlich zu begleiten. Es ist andererseits ein global bekanntes Phänomen, dass selbst hochangesehene Wissenschaftler/innen ihre rationale Denkweise bei Fragen der Lehre gerne außen vor lassen (siehe z.B. van der Vleuten et al., Med Teach 2000). Aus dem Zentrum für Pharmakologie der Uniklinik Köln kommen seit zwei Jahrzehnten Beiträge zur Lehr- und Ausbildungsforschung, die sich z.B. mit Kleingruppenunterricht (z.B. PbL), Prüfungen, e-Learning oder Curriculumsplanung befassen. Zuletzt wurde in der AG Matthes ein Lehrangebot entwickelt, in dem Studierende sich mit dem Führen eines Verordnungsgesprächs auseinandersetzen (Hauser et al., GMS J Med Educ 2017). Hintergrund ist, dass diese Gespräche im ärztlichen Alltag oft unzureichend sind. Dies scheint aber nicht nur den unbestritten oft widrigen Rahmenbedingungen (z.B. Zeitdruck, mangelnde Vergütung) zuzuschreiben zu sein, sondern auch Defiziten in der studentischen Ausbildung (Hauser und Matthes, Eur J Clin Pharmacol 2017).

Lehre

Dr. Matthes ist Lehrkoordinator des Zentrums für Pharmakologie. Er ist einer der Verantwortlichen für die medizindidaktischen Fortbildungen an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und hier auch als durch die Landesakademie für Medizinische Ausbildung (LAMA) anerkannter Trainer aktiv.

Im Rahmen der Initiative „Innovation in der Lehre“ der Universität zu Köln leitete er ein Projekt zum Arzneimittel-Verordnungsgespräch. Letzteres ist Bestandteil des Gesamtkonzepts „Arzneitherapiesicherheit - im Spannungsfeld von pharmakologischer Kompetenz und Arzt-Patient-Kommunikation“, das in die Landesinitiative „Gesundes Land NRW – innovative Projekte im Gesundheitswesen“ aufgenommen wurde.

Dr. Matthes war als Koordinator des Arbeitspakets „Therapeutische Prinzipien“ an der Erstellung des Nationalen Kompetenzbasierten Lernzielkatalogs für Medizin (NKLM) beteiligt, der 2015 vom Medizinischen Fakultätentag verabschiedet wurde und laut „Masterplan Medizinstudium 2020“ in weiterentwickelter Form verbindlicher Bestandteil der Approbationsordnung für Ärzte werden soll.

Seit 2017 repräsentiert Dr. Matthes die Medizinische Fakultät in der Akademie Lehre, die Teil von PLAN (Professionalisierung der Lehre in Akademischen Netzwerken) ist, einem Programm des Rektorats zur Stärkung der Lehre an der Universität zu Köln.